Auf der Jagt nach der nächsten Supernova

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Robert Evans: Der Mann, der sterbende Sterne findet

Wie findet man eigentlich eine Supernova – und was ist das überhaupt?

Eine Supernova ist ein sterbender Stern. Solch ein Ereignis von der Erde aus zu beobachten ist schwierig und erfordert leistungsstarke Computerprogramme. Das gilt aber nicht für diesen außergewöhnlichen Mann: Robert Evans hat allein mit einem gewöhnlichen Teleskop und Sternenkarten auf Papier bisher 42 Supernovae (Plural von Supernova) aufgespürt. Was diese Leistung so einzigartig macht, ist Thema dieses Artikels.
Eine Supernova ist ein sterbender Stern. Solch ein Ereignis von der Erde aus zu beobachten ist schwierig und erfordert leistungsstarke Computerprogramme. Das gilt aber nicht für diesen außergewöhnlichen Mann: Robert Evans hat allein mit einem gewöhnlichen Teleskop und Sternenkarten auf Papier bisher 42 Supernovae (Plural von Supernova) aufgespürt. Was diese Leistung so einzigartig macht, ist Thema dieses Artikels.

Was ist eine Supernova?

Von einer Supernova sprechen die Astronomen, wenn ein Stern, nachdem er seinen Brennstoff aufgebraucht hat, in einer gigantischen Explosion sein Leben aushaucht. Die Supernova markiert im übertragenden Sinne also den Todeszeitpunkt eines Sterns. Die dabei abgestrahlte Energie ist unvorstellbar und ein Stern, der zur Supernova wird, kann teilweise heller leuchten, als eine ganze Galaxie. Man kann also sagen, dass Sterne einen ziemlich dramatischen Tod sterben.
Nachdem ein Stern in einer Supernova vernichtet wurde, gib es zwei mögliche Endzustände: Einerseits kann er zu einem schwarzen Loch oder einem Pulsar werden. Dieses Ende finden Sterne, die mindestens das Achtfache der Masse unserer Sonne haben.
andererseits bleibt manchmal auch gar nichts übrig. Letzteres geschieht, wenn die Supernova aus einem sogenannten „Weißen Zwerg“ entstanden ist. Dieses Szenario ist allerdings recht selten. Es geschieht nur in Sternensystemen, in denen ein weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem Masse von einem benachbarten Stern abzieht. Sobald der weiße Zwerg von seinem Begleiter so viel Masse abgezogen hat, dass eine bestimmte Grenze überschritten ist, kollabiert er unter seiner eigenen Masse und löst dabei eine Kernfusion aus, die zur Explosion und somit zur Entstehung einer Supernova führt.

Allerdings enden bei Weitem nicht alle Sterne im Universum als spektakuläre Supernova. Sterne von der etwa der Größe unserer Sonne und alle, die noch kleiner sind, finden ein anderes Ende. Sie blähen sich zunächst zu sogenannten „roten Riesen“ auf und schleudern schließlich den größten Teil ihrer Masse in den Weltraum hinaus. Übrig bleibt wiederum ein weißer Zwerg. War der betreffende Stern, wie es bei unserer Sonne der Fall ist, kein Doppelstern, dann stellt der weiße Zwerg den Endzustand dar. Unsere Sonne wird also als weißer Zwerg und nicht als Supernova enden.

Wie findet man eine Supernova?

Da Sterne eine Lebensdauer von vielen Milliarden Jahren haben, eine Supernova aber ein plötzliches und nur kurz andauerndes Ereignis ist, gleicht die Chance, genau im richtigen Moment ein Teleskop auf die richtige Stelle am Sternenhimmel zu richten in etwa der Wahrscheinlichkeit, in der Sahara gegen einen Baum zu laufen.
Das derzeit beobachtbare Universum enthält schätzungsweise 50 Milliarden Galaxien. Eine Galaxie der Größe unserer Milchstraße wiederum beherbergt ca. 300 Milliarden Sterne. Angesichts dieser enormen Zahlen, sind Supernovae also keinesfalls selten zu erwarten, doch bei der gigantischen Ausdehnung des Universums können sie sich trotzdem ganz gut vor uns verstecken.
Der einzige Weg, Supernovae aufzuspüren, ist ein gezieltes Absuchen großer Himmelsbereiche in kurzer Zeit und der Abgleich des gewonnenen Bildmaterials mit Archivaufnahmen der selben Bereiche. Heute ist es möglich, mehrere hundert Galaxien pro Nacht abzusuchen und mit früheren Aufnahmen der selben Galaxien zu vergleichen. Dazu sind allerdings computergesteuerte Teleskope und eine leistungsstarke Software zur Bildauswertung nötig.
Es gibt weltweit auch viele Hobbyforscher, die bereits Supernovae entdeckt haben. Die nötige Software kann sich ein begabter Programmierer selbst schreiben. Ausreichend starke Teleskope sind frei im Handel verfügbar. Der Lohn der Mühe ist ein wenig Ruhm in der wissenschaftlichen Gemeinde.

Das besondere Talent von Robert Evans – Ein fotografisches Gedächtnis für Galaxien

Stellen Sie sich Aschenputtel vor. Die böse Schwiegermutter kommt herein, schüttet die berühmten Linsen auf den Boden und befiehlt der Unglückliche, sie zu sortieren. Ihr bleibt nichts anderes übrig und so beginnt sie, eine Linse nach der anderen vom Boden aufzulesen und weg zu sortieren.
Stellen wir uns jetzt vor, die böse Schwiegermutter käme nach fünf Minuten wieder zurück. Sie schaut sich das Chaos der verschütteten Linsen an und sagt: „Aschenputtel, du faules Ding. Du hast ja erst elf Linsen aufgelesen.“
Klingt unwahrscheinlich, dass die böse Schwiegermutter das wissen kann, nicht wahr?
Genau dieses Talent besitzt nun aber Robert Evans. Er schafft es, in einer einzigen Nacht, ohne computergestütztes Teleskop und ohne Auswertungssoftware, gut 200 Galaxien zu beobachten und mit Sternenkarten abzugleichen, die er vor sich liegen hat. Dabei entgeht ihm nicht die kleinste Abweichung zwischen seiner aktuellen Beobachtung und dem Archivmaterial.
Evans ist seit 1998 Pastor im Ruhestand. Es mag erstaunen, dass ein Mann Gottes sich der Astronomie verschrieben hat, doch für ihn gehen diese beiden Seiten Lebens offenbar gut zusammen. Auf seiner offiziellen Webseite (Link führt zu der Unterseite, die sich mit seiner Jagt nach Supernovae befasst) jedenfalls behandelt er religiöse und wissenschaftliche Themen gleichermaßen.
Angesichts der rasant voranschreitenden Technologie und dem stetig wachsenden Tempo, in dem heute neue Himmelsobjekte entdeckt werden, sollten wir Pioniere wie Robert Evans dennoch nicht vergessen. Ich hoffe, mit diesem Artikel meinen Teil dazu beitragen zu können, Evans auch künftig die Aufmerksamkeit und den Respekt zu sichern, die ihm gebühren.

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