Ausdauersport für Kreative

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Wie Ausdauersport die Kreativität steigert und warum es funktioniertersport für Kreative – Jogging als Brainbooster

Das Klischee vom geistig tätigen Menschen ist nicht auszurotten: Kreative sind vergeistigt, weltentrückt und wenig körperbewusst. Leider stimmt der letzte Punkt sogar häufig. Schriftsteller, Künstler, Programmierer und Vertreter anderer kreativer Berufe hocken oft tatsächlich lieber am Schreibtisch, als sich körperlich zu betätigen.
Mit körperlicher Betätigung ist hier ausdrücklich nicht der inspirierende Waldspaziergang gemeint, sondern echter Sport und besonders Ausdauersport. Dabei profitieren diese Menschen, die in erster Linie auf ihre kognitiven Fähigkeiten angewiesen sind, in besonderer Weise von den positiven Effekten des Ausdauersports, von denen das Joggen sicher die effektivste ist.

Was das Gehirn braucht – Glukose und Sauerstoff sind Treibstoff fürs Gehirn

Unser Gehirn macht uns zu dem, was wir sind. Die Evolution hat mit dem menschlichen Gehirn eine der komplexesten Strukturen des Universums hervorgebracht. Jeder von uns verfügt mit seinem Gehirn über ein Organ, das um ein vielfaches leistungsfähiger ist, als der modernste Supercomputer. Vermutlich werden Computer die Fähigkeiten, die unser Denkorgan hat, auch niemals erreichen.
Ein solches Wunderwerk benötigt natürlich Energie. Angesichts seiner geringen Größe im Verhältnis zum Körpergewicht (ca. 2%) klingt es zunächst unglaublich, dass es sage und schreibe 20% der gesamten zur Verfügung stehenden Energie verbraucht. Diese Energie gewinnt das Gehirn in erster Linie aus Glukose. Um Glukose in Energie umzuwandeln, ist wiederum Sauerstoff notwendig.
Fanden Sie, dass 20% der verfügbaren Energie schon sehr viel sind? Dann wird es Sie erstaunen, dass unser Gehirn vom verfügbaren Sauerstoff sogar 40% verbraucht! Um es deutlich zu machen: 4 von 10 Atemzügen sind nur dazu da, Ihr Gehirn funktionsfähig zu halten.

Was Ausdauersport tut – Das Geheimnis der Kapilarisierung

Was geschieht eigentlich im Körper, wenn man beginnt, Ausdauersport zu treiben? Welche Veränderungen gehen da vor sich, die es und erlauben, immer weiter und länger zu laufen, je besser wir trainieren?
Eigentlich ist das ganz einfach. Der Körper passt sich an. Aber woran passt er sich an? Nun, wer schon einmal beim Rennen außer Atem gekommen ist, kann sich das im Grunde schon denken. Der Körper passt sich dem erhöhten Sauerstoffbedarf unter Belastung an. Dabei ist die reine Aufnahme des Sauerstoffs nicht das Problem. Atmen tun wir ja ständig und wenn wir uns anstrengen, atmen wir eben schneller. Doch so schnell wir auch atmen: Ab einem bestimmten Belastungsniveau stoßen wir an unsere Grenzen und diese Grenzen lassen sich nicht durch eine erhöhte Atemfrequenz ausgleichen.
Warum ist das so? Das Problem besteht nicht darin, von außen genügend Sauerstoff in den Körper zu bekommen, sondern darin, den eingeatmeten Sauerstoff effizient zu verteilen. Verteilt wird der Sauerstoff über die Blutbahnen und genau hier setzt der Effekt des Ausdauersports an.
Um die durch erhöhten Belastung stärker beanspruchten Muskeln mit genügend Sauerstoff zu versorgen und somit länger funktionsfähig zu erhalten, bildet der Körper vermehrt kleinste Äderchen (Kapillare) in den Muskeln. Das sorgt für eine stärkere Durchblutung der beanspruchten Muskeln und somit für eine bessere Sauerstoffversorgung. Natürlich muss nun auch das Gehirn besser und effektiver durchblutet werden, da während einer starken körperlichen Belastung mehr Sauerstoff und Glukose von den Muskeln beansprucht werden. Auf das Gehirn hat das denselben Effekt, wie auf die Muskeln – es ermüdet nicht mehr so schnell und bleibt länger leistungsfähig.

Wie steigert das die Kreativität?

Kreativität ist eine spezifisch menschliche Gehirnleistung. Die Definition von Kreativität muss uns an dieser Stelle weniger interessieren. Die Fähigkeit, vorhandene Informationen durch Rekombination zur Lösung neuer Probleme zu verwenden und dergleichen mehr sind zwar interessant und an anderer Stelle einer eigenen Betrachtung wert, doch die wichtigste Erkenntnis ist: Kreativität ist eine Leistung des Gehirns.
Wie wir oben gezeigt haben, erhöht und optimiert Ausdauersport die Energieversorgung des Gehirns und somit dessen potenzielle Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten. Selbstverständlich beeinflusst das auch unsere Fähigkeit, kreativ zu denken.
Gern wird davon ausgegangen, dass man Kreativität in erster Linie durch die Anwendung verschiedener Kreativitätstechniken und Denkmethoden verbessern kann. Natürlich haben diese Methoden ihre Berechtigung, doch stellen wir uns doch einmal die Frage: Wer profitiert von solchen Techniken mehr? Jemand mit einem durchschnittlichen Gehirn oder jemand, der aufgrund von Ausdauersport ein Leistungsfähigeres Gehirn besitzt?
Sehen Sie? Also dann los: Laufschuhe an und raus an die frische Luft!

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