E-Book fertig – und was nun?

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Wo kann ich mein E-Book vorstellen?

Das E-Book ist veröffentlicht. Der erste Schritt ist getan. Doch wie lasse ich die Welt wissen, dass es mein Buch gibt? Dieser Artikel stellt einige Plattformen vor, auf denen Sie Ihr Buch kostenlos vorstellen können

Verlage investieren in das Gros ihrer Autoren wenig bis gar keine Mühe in Sachen Werbung. Geld erst recht nicht. Nur einige Bestseller-Autoren werden aufwändig beworben. Bei den übrigen Autoren beschränkt sich das Marketing auf einen Eintrag ins Verzeichnis lieferbarer Bücher und in den Verlagskatalog. Hat man gar keinen Verlag, weil man als Self Publisher unterwegs ist, bleibt ohnehin alles an einem selbst hängen. Und so bewirbt man sein Buch bei Facebook, bei Twitter, Google+, Pinterest und sonstigen Social Media Plattformen. Man schreibt Blogger an, um an Rezensionen zu kommen. Man setzt eine eigene Homepage auf oder betreibt einen eigenen Blog.
All das sind Möglichkeiten, die genutzt werden sollten und zum Standard-Repertoire eines unbekannten Autoren gehören. Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche, teils sträflich vernachlässigte Möglichkeiten, im Internet auf sein Buch aufmerksam zu machen.
Von diesen soll hier die Rede sein.

Indie-Buchtrailer.de

Eine ganz neue Seite, die seit Mitte 2013 am Netz ist und schon jetzt zwischen 600 und 800 Besucher im Monat hat. Eine ganz ordentliche Bilanz für so eine junge, in Eigenregie betriebene Seite.
Ich stelle sie an den Anfang des Artikels, weil es das neueste der hier vorgestellten Angebote ist.
Die Betreiberin Ilona Bulazel suchte nach einer Plattform, auf der sie ihren eigenen Buchtrailer vorstellen konnte, fand aber kein passendes Angebot. So wurde sie kurzerhand selbst aktiv und schuf Indie-Buchtrailer.de.
Jeder Indie-Autor (also Self Publisher) kann auf dieser Seite kostenlos seinen Buchtrailer, Hörproben und natürlich entsprechende Links zu seinen Büchern einstellen.
Alle benötigten Daten werden dabei ganz klassisch per Mail an die Betreiberin und ihren Ehmann übermittelt. Die Seite ist also ein Familienprojekt. Der Kontakt ist daher sehr persönlich und Antworten auf Fragen kommen prompt.
Aber schauen Sie selbst. http://www.indie-buchtrailer.de/

Shelfari

Die Social-Reading Plattform von Amazon. Legen Sie Zusatzinfos an, die dann auch auf dem Kindle erscheinen.
Um es gleich vorweg zu sagen: Shelfari ist eine rein Englisch-sprachige Plattform. Viele Leser aus Deutschland treiben sich dort nicht rum. Warum also sollte man dort als Autor präsent sein?
Die Antwort ist so einfach wie verblüffend. Shelfari wurde dereinst von Amazon aufgekauft. Und wie Amazon so ist, hat man gleich alle Amazon-Kunden zu Shelfari-Usern gemacht. Was, das haben Sie noch nicht mitbekommen? Dann surfen Sie Shelfari.com doch einfach mal an und klicken Sie rechts oben auf der Seite den Button „Sign in“. Dort können Sie sich problemlos mit Ihren Amazon-Zugangsdaten anmelden. Verstörend, nicht wahr?
Da wir gegen diese Zwangsvereinnahmung aber nichts tun können (außer unseren Amazon Account zu löschen), schauen wir doch mal, ob die Leute von Shelfari nicht auch etwas für uns tun können.

Und in der Tat: Jeder User kann zu jedem Buch, das er sich in sein virtuelles Bücherregal stellt, Zusatzinfos eingeben. Natürlich können Sie das auch für Ihr eigenes Buch tun.

Geben Sie also nach Herzenslust ausführliche Beschreibungen Ihrer Charaktere ein, bearbeiten Sie den Bereich „Settings and Locations“, wo sie wichtige Handlungsorte Ihrer Geschichte lang und breit vorstellen können oder weisen Sie auf ausgewählte Zitate aus Ihrem Buch hin.
Der Witz an der ganzen Sache ist Folgender: Sobald zu einem Buch Zusatzinfos bei Shelfari abgelegt sind, kann jeder Leser Ihres Buches diese Zusatzinfos direkt auf seinem Kindle einsehen.
Wenn das mal kein Mehrwert ist, dem Sie damit dem Leser bieten.
Bei Shelfari selbst sieht das Ganze dann so aus:

Lovelybooks

Hier handelt es sich um eine Social-Reading Plattform der Holzbrinck-Gruppe. Es tummeln sich ausgewiesene Vielleser, Buchblogger und natürlich – Autoren. Die Autoren erkennt man an der sogenannten „Autorenfeder“. Ziert diese Feder das Profil eines Users, dann sagt uns Lovelybooks: „Jawohl, das ist ein echter Autor. Versprochen, wir haben das geprüft.“
Nun ja: Tatsächlich trägt die Minderheit aller bei Lovelybooks vertretenen Autoren dieses Ehrenzeichen. Das liegt daran, dass dort nur als Autor anerkannt wird, wer eine Verlagsveröffentlichung vorweisen kann. Self Puiblisher bleiben außen vor.
Darüber mag man sich zwar ärgern, aber eigentlich ist das völlig egal. Die absolute Killerfunktion von Lovelybooks kann man nämlich auch als stinknormaler User nutzen: Die Leserunden.
Man meldet sich also als User an und stellt Bücher (natürlich auch die eigenen) in sein virtuelles Bücherregal. Wie das geht? Einfach rechts oben mit der Maus über das eigene Profilbild fahren. Dann kann man unter „Mein Konto – Bibliothek“ Bücher hinzufügen. Hinter dem Suchfeld, in das der Buchtitel kommt, muss vorher ausgewählt werden, wo gesucht werden soll Dort Amazon auswählen, wenn Euer Buch bei Amazon zu haben ist. Das Buch wird gefunden und kann hinzugefügt werden.
Jetzt geht es wieder zurück zum Home-Bildschirm, wo auf „Beitrag verfassen“ geklickt werden muss.
Sofort poppt ein kleines Fenster auf, in dem man die Art des zu erstellenden Beitrages auswählen kann. Wir wählen die „Leserunde“.
Dort wiederum den Buchtitel eingeben und danach alle Details der geplanten Leserunde eingeben. Fertig.
Als Bewerbungsfrist schlage ich eine Woche vor. So haben potenzielle Interessenten genügend Zeit, auf die Leserunde aufmerksam zu werden und sich zu bewerben.
Was das Ganze bringt? Möglicherweise ein paar treue Fans, mit ziemlicher Sicherheit aber einige Rezensionen, mit denen man dann wiederum für sein Buch werben kann. Aber Achtung: Ist Euer Buch nicht wirklich gut, wird es auch entsprechende Rezensionen bekommen. Unlektorierte Bücher sollten auf diesem Wege also besser nicht beworben werden.

Ein Buch, zu dem eine Leserunde stattgefunden hat, erscheint dann so bei Lovelybooks:

Goodreads

Auch hier wieder: Englischsprachige Social-Reading Plattform, allerdings gerüchteweise in ungewisser Zukunft auch auf Deutsch geplant.
Die zahlreichen Features würden hier in aller Ausführlichkeit den Rahmen sprengen, aber besonders hingewiesen sei hier auf die „Book-Giveaways“.
Um als unbekannter Autor Leser zu finden, ist das ein probates Mittel. Anders als bei Amazon, wo ebenfalls Gratisaktionen möglich sind, entscheiden Sie hier selbst, wieviele Bücher Sie verschenken wollen (ich spreche hier immer von Ebooks).
Bei Amazon können das leicht einige tausend werden. Bei Goodreads können Sie die Menge wesentlich kleiner ansetzen. Dafür ist die Chance hier größer, dass echte und interessierte Leser an ihr Buch kommen. Das Feedback nach einem Masendownload bei Amazon ist in der Regel überschaubar. Bei Goodreads werden Sie, wie auch bei Lovelybooks, dagegen mit vernünftigem Feedback rechnen können.
Ich selbst habe das Giveaway noch nicht getestet. Zahlreiche Autoren berichten aber von guten Erfahrungen.
Natürlich können Sie das Buch bei Goodreads im ersten Schritt auch einfach nur präsentieren. Das sieht dann so aus:

Suchbuch.de

Suchbuch ist sozusagen ein Schaufenster für Ihr E-Book. Über 20.000 Besucher zählt das Portal nach Betreiberangaben im Monat. Jeder kann hier kostenlos sein Buch einstellen. Eine Möglichkeit mehr, gefunden zu werden. Das Herzstück der Präsentation ist eine Leseprobe.
Wer Geld investieren will, kann dort auch Bannerwerbung buchen. Die Preise erscheinen mir moderat (derzeit 25 € / Monat).
Die kostenlose Variante des Eintrages sieht so aus:

XTME lesen

Diese Seite ist Teil der Mutterseite „XTME“, der bedeutendsten deutschsprachigen Empfehlungsseite für E-Books.
Das Prinzip ist hier ein völlig anderes Konzept, als auf allen herkömmlichen Präsentationsseiten. Nackt, ohne Abbildung des Covers oder Nennung des Autoren, bekommen interessierte Leser hier reinen Text vorgesetzt. Startet man auf der Homepage, wird eine Leseprobe nach dem Zufalssprinzip angezeigt. Sagt sie einem nicht zu, blättert man zur nächsten.
Macht der Textauszug den Leser aber neugierig, so hat er am Ende der Leseprobe die Möglichkeit, auf den Link zum Shop (z.B. Amazon) zu klicken. Erst dann sieht der Interessent, welches Buch und welcher Autor sich hinter dem Auszug verstecken.
Eine ungewöhnliche und tolle Idee, wie ich finde.
Ein Beispiel finden Sie hier:

Büchertreff.de

Eine Deutsche Social-Reading Plattform, auf der sich ebenfalls jeder kostelos ein Userprofil erstellen kann. Bücher hinzufügen funktioniert hier auch für Bücher, die statt einer ISBN-Nummer nur die ASIN von Amazon haben. Die ASIN kommt in das Feld, das für die ISBN vorgesehen ist. Den Reiter „Bücher ohne „ISBN“ kann man getrost ignorieren.
Die Präsentation an sich ist recht nüchtern. Dafür treibt sich hier aber das Zielpublikum rum – deutschsprachige Vielleser. Daher sollte man den minimalen Aufwand, hier vertreten zu sein, keinesfalls scheuen.
Die etwas unspektakuläre Buchseite sieht dann so aus:

Buchvorstellung.net

Optisch nicht der Brüller, aber auch hier gilt: Dabei sein ist alles. Es gibt einen zusätzlichen Google-Treffer für den Buchtitel, und das allein ist ja schon was. Für meinen Geschmack etwas schmucklos, und ob überhaupt Leser auf dieser Seite unterwegs sind, weiß ich nicht.
Falls doch, erleichtert eine umfangreiche Kategorienliste das Auffinden der einzelnen Bücher ungemein. Und so sieht es aus:

 

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