Die Mailingliste. Autors bester Freund

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Marketing für Autoren: Die eigene Mailingliste durch Gratiscontent aufbauen?

In der Blogger-Szene gilt schon lange: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – oder bringen überhaupt erst Freunde. Man solle Gratisdownloads anbieten, um Leser auf seinen Blog zu locken. Und diese Leser sollen dann den Blog abonnieren, wodurch sich dessen Reichweite erhöht. Und wenn ich nur ein Buch geschrieben habe? Um so besser!

Lange Zeit galt die Durchführung einer Gratisaktion bei Amazon für Ebook-Autoren als eine gute Möglichkeit, das eigene Werk bekannter zu machen und gleichzeitig Sichtbarkeit im Ranking zu bekommen. Doch der Effekt hat sich abgenutzt. Das eigene Buch wird zwar viele tausend Mal heruntergeladen, aber am Ende hat der Autor kaum etwas davon. Warum also nicht verschenken und gleichzeitig eine Fanbase aufbauen?

Wenn schon gratis, dann wenigstens nachhaltig.

Der Gedanke, sich durch kontrollierte, kostenlose Verbreitung eigener Werke einen Namen als Autor zu machen, ist nach wie vor nicht falsch. Die Möglichkeiten, das zu tun, sind aber spärlich gesät. Amazon erlaubt nur fünf Gratistage pro Vierteljahr. Schafft man es in dieser Zeit, über 10.000 Bücher kostenlos abzusetzen, hat man eine reelle Chance, Tage später in die sichtbaren Bereiche des Popularitätsrankings aufzusteigen, wo potenzielle Kunden das Buch wahrnehmen und es im besten Fall dann auch kaufen, sobald das Buch wieder einen Preis hat. (Zum Unterschied zwischen Amazon Bestseller Ranking und dem hier angesprochenen Popularitäsranking finden Sie hier einen ausführlichen Artikel.

Nimmt das Buch diese Hürde nicht (und die allermeisten schaffen das nicht), dann fällt es in der Folge nicht nur wieder in die Unsichtbarkeit. Darüber hinaus fragt man sich: Was, wenn ich die E-Mail Adressen all dieser Leser hätte, die mein Buch heruntergeladen haben? Ich könnte ihnen bei meiner nächsten Neuveröffentlichung einfach eine Nachricht zukommen lassen und sehen, ob sie nicht Lust hätten, mein neues Werk zu kaufen.
Ein schöner Traum. Aber Träume machen nicht satt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass direkter Kontakt zu interessierten Lesern Gold wert wäre.
Und hier erinnern wir uns an die Blogger: Wenn es denen gelingt, durch angebotene Downloads Leser zu binden, warum denn nicht auch uns Autoren? Bleibt die Frage, wie das technisch zu bewerkstelligen ist.
Bisher lautete die Antwort meist: Mach selbst einen Blog auf. Da kannst du deine Sachen zum Download anbieten. Oder einfach über deine Homepage.
Die meisten Autoren, inklusive mir selbst, schalten an dieser Stelle auf Durchzug. Wer will denn jetzt ernsthaft beginnen, einen Blog aufzubauen, wenn man bisher noch keinen hat? Sie nicht? Nein, ich auch nicht. Ganz abgesehen davon, dass schon die technische Umsetzung nicht ohne ist. Ich selbst halte mich nicht für völlig minderbemittelt, aber trotzdem ist es mir nicht gelungen, mit dem eigentlich als idiotensicher geltenden Dienst „Mailchimp“ folgende Idee zu realisieren: Anlegen einer Mailingliste und Einbettung des Anmeldeformulars auf der eigenen Homepage mit automatischem Versand eines Ebooks an alle, die sich neu auf der Liste anmelden.

Die technische Umsetzung outsourcen mit Noisetrade

Sicher hätte ich noch ewig daran herumgebastelt und bestimmt auch eine Menge gelernt, aber dann bin ich auf „Noisetrade“ gestoßen.
Diese Englischsprachige Plattform hat es bisher Musikern ermöglicht, ihre Werke zu präsentieren und zum kostenlosen Download anzubieten. Noisetrade bietet dabei eine schöne Präsentationsseite und auch das kostenlose Hosting der downloadbaren Dateien an. Der Clou bei der Sache besteht darin, dass jeder Interessent zunächst seine E-Mail Adresse angeben muss, um an den Downloadlink der begehrten Datei zu kommen. Er muss sich einverstanden erklären, dass seine Adresse an den Urheber der Datei weitergegeben wird, und das dieser ihn per Mail kontaktieren darf. Noisetrade stellt die auf diese Weise gesammelten E-Mail Adressen dann dem Musiker für eigene Werbezwecke zur Verfügung.
Und, Hallelujah, seit kurzer Zeit hat Noisetrade sich auch für Ebook-Autoren geöffnet. Auch wir können jetzt auf diese Weise direkte Leserkontakte knüpfen. Eine Win-Win-Situation für Leser und Autor.
Natürlich werden auf diesem Weg nicht tausende von Downloads in wenigen Tagen realisiert, aber dafür darf man relativ sicher sein, dass nur wirklich interessierte Leser die eigenen Bücher laden. Warum? Weil es Leser sind, die wir selbst durch Werbung auf unseren eigenen Social-Media-Kanälen zu dieser Downloadseite leiten.
Ich selbst mache über Twitter, Facebook und Google+ auf diese Möglichkeit aufmerksam. Seit gestern habe ich dadurch immerhin sechs neue E-Mail Adressen für meinen Newsletter erhalten. Gehen wir mal davon aus, dass der Schnitt sich bei 1-2 neuen Downloads pro tag einpendeln wird, kann ich mich binnen Jahresfrist über 365-730 neue Abonnenten meines Newsletters freuen.
Das ist ein Pfund, mit dem man bei einer Neuveröffentlichung durchaus wuchern kann. So viele Autoren mit einer so umfangreichen Mailingliste gibt es nämlich gar nicht. Die allermeisten haben überhaupt keine Mailingliste. Grund genug also, selbst eine aufzubauen.

Beispiel

Wenn Sie neugierig geworden sind, dann schauen Sie sich gerne meine Seite bei Noisetrade an. Und wenn Sie mögen, laden Sie sich auch gleich das Buch runter 😉

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